13.3 Daytona Beach, Universal Resorts, Kennedy Space Center

Freitag, den 30. November 2007 um 21:45 Uhr

Die Fahrt bis hinunter nach Florida wollten wir eigentlich in etwa zwei, höchstens drei Tagen erledigen. Das Problem war nur, dass das Wetter nicht so mitspielte. Besonders an einem Tag war der Regen so stark, das man kaum zwei Meter vor sich hinsah, was natürlich beim Fahren sehr gefährlich ist. Darum fuhren wir dann nicht weiter. Das Wetter blieb noch einige Tage so und da wir bei einer Flying J waren, die ja Dumpstations und Wasser hatten, blieben wir dort, bis es wieder besser wurde. Leider war das Wetter in Florida nicht sonderlich gut und ich sah, dass starke Stürme, sogar die Gefahr eines Hurricans an der Küste bestand. Aus diesem Grund blieben wir dann noch eine Weile länger von der Küste weg, bis es endlich besser wurde.

Das erste Ziel in Florida war Daytona Beach. Leider spielte das Wetter nicht so mit und so konnten wir nur für eine kurze Weile an den Strand gehen. Sämtliche Autozufahrten an den Strand waren ebenfalls gesperrt, da das Wasser so hoch hinaufkam. Auch am nächsten Tag war das Wetter noch nicht besser und so fuhren wir nach Orlando, wo wir die erste Nacht auf einem Walmart-Parkplatz verbrachten, auf dem wir nicht hätten übernachten dürfen, laut der Schilder, die überall standen und suchten am nächsten Tag nach einem Campingplatz.
Im Internet hatte ich ein Sonderangebot für die Universal Studios inklusive des Island of Adventures Parks gefunden. Dieses Angebot war nur online erhältlich und man konnte die beiden Pärke während 7 Tagen für den Preis von 86 Dollar besichtigen. Normalerweise kostet ein Eintritt in einen der beiden Pärke, für lediglich einen Tag, 67 Dollar. Der Eintritt in beide Pärke am gleichen Tag 71 Dollar. Das Angebot war also sehr günstig.

Wir mussten mit der Besichtigung der Parks jedoch noch zwei Tage warten, da die Tickets für 86 Dollar die Regel hatten, dass man sie frühestens zwei Tage nach deren Kauf benutzen durfte. Das war jedoch nicht weiter tragisch, da wir ja nun auf einem Camping waren, der inklusive Strom und Wasser nur 15 Dollar kostete. Er war bloss 5 Minuten von den Universal Studios entfernt, also höchst verwunderlich, dass er so günstig war. Denn normalerweise kosten Campingplätze in einer Stadt, besonders wenn noch irgendwelche Pärke oder Sehenswürdigkeiten daneben waren, ein Vermögen. Der Name des Campingplatzes war Turkey Lake Campground, für alle, die mal in Orlando campen möchten. :-) Es ist ein äusserst schöner Park, in dem man auch Pavillons mieten kann, um Feste zu machen usw.
Am Sonntag fuhren wir dann zu den Parks. Zuerst gingen wir zu den Universal Studios. Wir hatten in diesen sieben Tagen wirklich ein riesen Glück mit den Wartezeiten vor den Bahnen. Es war noch keine Hochsaison und daher waren so wenig Leute in den Pärken, das man teilweise fast allein bei einer Bahn stand und wartete. Meistens konnte man überall durchlaufen, ohne überhaupt anzustehen.

Die Universal Studios sind einfach wirklich schön gemacht und oft hat man das Gefühl, die Kulisse schon einmal in einem Film gesehen zu haben. Da man so wenig anstehen musste, haben wir das meiste bereits am ersten Tag gesehen.

Am nächsten Tag gingen wir dann in den Island of Adventures Park, den man mit dem Europapark vergleichen kann. Nur ist der Europapark noch etwas grösser. Damian war ganz verrückt nach zwei Achterbahnen, auf die er immer wieder ging, mich konnte er jedoch dazu nicht überreden. Mir hat besonders eine Wasserbahn gefallen, die dem Namen Wasser wirklich alle Ehre macht. Wenn man denkt, im Fjord Rafting im Europapark werde man nass, hat man diese Bahn noch nicht erlebt. Man wird nicht nur ein bisschen nass, sondern wirklich durch und durch nass, bis auf die Unterwäsche nass. Es war eine so lustige Bahn, immer wieder irgendwelche Spritzkanonen, Kübel oder starker Wellengang die einen nasspritzten, man konnte gar nicht mit Lachen aufhören. In der Mitte der Flosse gab es so Staufächer, über die man einen Plastiküberzug ziehen konnte, damit man Dinge wie der Fotoapparat, Brille etc. dort hineinlegen konnte, damit sie nicht nass werden. Wir haben auch die Schuhe und Strümpfe ausgezogen und dort hineingelegt. Es wurde wirklich alles nass. Nach der ersten Fahrt standen wir gleich wieder an und fuhren noch einmal durch die wilde Wasserfahrt.
Auf diese Bahn sollte man nicht, wenn es draussen kalt ist oder bald die Sonne untergeht. Glücklicherweise lag die Temparatur in dieser Woche bei durchschnittlich 30 Grad Celsius.
Nach diesen sieben Tagen fuhren wir zum Kennedy Space Center. Dies ist das Center der NASA, in der man auf einer Busrundfahrt ihr Gelände anschauen kann und einige Museen zur Raumfahrt.

Man kann auch noch in einen Simulator, der den Start einer Rakete simuliert. Es schüttelt einen dabei ganz schön durch, aber es war lustig.
Auch sonst ist das ganze Gelände ziemlich schön und interessant gestaltet. Zum Eintritt gehören auch noch zwei IMAX-Filme. Wir haben auf der Busfahrt noch einen Aligator und eine Adler gesehen. Normalerweise sieht man hier in Florida eigentlich recht viele Aligatoren, da jedoch Winter ist und es für sie zu kalt ist, ziehen sie sich zurück. Die Adler siedeln sich im Winter im Naturschutzgebiet auf dem Cape Canaveral an.

Da der Eintritt für zwei Tage war, haben wir dies ausgenützt und sind am nächsten Tag wiedergekommen, um noch den Rest zu sehen.
Danach fuhren wir zum Coccoa Beach, haben dort eine Nacht übernachtet und sind dann weiter nach St. Petersburg gefahren.

13.4 St. Petersburg

Freitag, den 30. November 2007 um 21:40 Uhr

Leider durfte man auch in St. Petersburg auf keinem Walmart-Parkplatz übernachten, es war sogar ein Auto der Security da, das zu uns fuhr und fragte, ob wir vorhätten zu bleiben. So suchten wir uns eine neue Bleibe, die wir schliesslich auf St. Pete Beach fanden. Dort fanden wir einen Parkplatz vor einigen Läden, auf dem nicht stand, dass man dort nicht übernachten dürfe. Der Strand selber war gerade 20 Meter entfernt.
Wir blieben einige Tage auf diesem Parkplatz und gingen jeden Tag zum Strand um uns zu Sonnen und manchmal auch zu baden. Leider war das Wasser ziemlich kalt, im Sommer hat das Wasser fast dieselbe Temperatur wie die Luft, aber im Winter kühlt es erheblich ab. Es hatte schätzungsweise knapp 20 Grad Celsius. Der Strand in St. Petersburg ist wunderschön, weisser Sandstrand, der fast so weich und fein ist wie Mehl. Einfach herrlich!
Nun sind wir in Pensacola und mehr dazu, schreibe ich im nächsten Bericht, den ich hoffentlich nicht wieder so lange hinausschiebe!! :-)

12.1 Wieder zu Hause

Sonntag, den 21. Oktober 2007 um 21:37 Uhr

Dies wird mein letzter Bericht sein. Der nächste wird wieder meine
Schwester schreiben. Ich bin schon wieder eine Woche zu Hause. Der
Alltag hat mich leider wieder.

12.2 Lake Placid/Moffit Beach Campground

Sonntag, den 21. Oktober 2007 um 21:35 Uhr

Am nächsten Tag herrschte wieder wunderschönes Wetter. Wir wollten an
den Lake Placid fahren. Die einzige Strasse zum See endete aber vor
Ferienhäusern, die man schon fast als “Villa” bezeichnen konnte.
Parkieren durfte man auch nicht und den See sah man auch nicht
wirklich. Das Unterfangen scheiterte also. Zu Fuss wäre es
wahrscheinlich kein Problem gewesen, aber da der Adirondack National
Park, in dem auch Lake Placid liegt, voll von kleinen und auch
grösseren Seen ist, war das nicht weiter tragisch. Wir fuhren also
weiter in Richtung Süden. Die Landschaft war wunderschön. Wir hielten
oft an um Fotos zu machen. Die Laubverfärbung hat hier an manchen
Orten ihren Höhepunkt erreicht. Die Bäume leuchteten in allen Farben.
So etwas sieht man in der Schweiz kaum.

Am späteren Nachmittag waren wir beim Moffit Beach Campground. Es war
Sonntag und der Camping hatte noch genau die Nacht von Sonntag auf
Montag geöffnet. Die meisten State Parks in dieser Gegend schliessen
um diese Jahreszeit ihre Pforten. Der Campground ist wunderschön
gelegen. Es gibt viele Stellplätze direkt am See. Wir durften uns
einen Platz auswählen. Wir sammelten Holz und machten ein Feuer. Ich
genoss auf einem grossen Stein am Ufer des Sees den Sonnenuntergang.
Wir grillierten und genossen das feine Essen.

12.3 Moffit Beach Campground/Buffalo

Sonntag, den 21. Oktober 2007 um 21:30 Uhr

Das Wetter hatte in der Nacht umgeschlagen. Es regnete heftig und
kalt war es auch. Wir hatten eigentlich vor zu den Finger Lakes zu
fahren und dort nochmals auf einem State Park zu übernachten. Aber
das Wetter war alles andere als einladend, so dass wir beschlossen
auf den Umweg zu verzichten.
Wir fuhren in den Süden aus dem Adirondack National Park hinaus auf
die Interstate 90. In Syracuse machten wir Pause und kauften ein. Wir
beschlossen bis nach Buffalo zu fahren. Unterwegs hielten wir noch
bei einer Flying J Tankstelle. Dort kann man gratis dumpen und
Frischwasser auffüllen. Das Wetter war bis zum Abend nicht wirklich
besser geworden.
Erst nach 20.00 Uhr waren wir in Buffalo auf dem Walmart Parkplatz.
Wir kochten und surften im Internet. Erst ganz spät gingen wir schlafen.

12.4 Buffalo/Niagara Falls/Missisagua

Sonntag, den 21. Oktober 2007 um 21:26 Uhr

Das Wetter war am nächsten Tag besser. Es war bewölkt aber regnete
glücklicherweise nicht. Wir fuhren zu den Niagara Falls. Auf der
amerikanischen Seite der Fälle, konnte man um diese Jahreszeit direkt
bei den Fällen gratis parkieren. Wir liefen zuerst auf Goat Island
und schauten den “Bridal Veil Fall” an und die amerikanischen Fälle.
Von der Seite sieht man auch die “Horseshoe Falls” bzw. die
kanadischen Fälle. Wir gingen auf die Aussichtsplattform bei den
amerikanischen Fällen und kauften Tickets für die “Maid of the Mist”
Bootstour. Glücklicherweise gab es keine Schlangen zum anstehen.
Unser Boot war halbleer. Die Tour war eindrücklich, obwohl man nass
wird.

Danach assen wir im Wohnmobil etwas Kleines. Anschliessend fuhren wir
über die International Bridge um nach Kanada einzureisen. Wir mussten
die Spur für Wohnmobile, Wohnwagen und auch Reisecars nehmen. Leider.
Vor uns waren zwei Reisecars voll Japaner. Es dauerte etwa 45 Minuten
bis wir an der Reihe waren. Die Einreise verlief problemlos. Die
kanadische Zollbeamtin nahm meinen “grünen Zettel” aus meinem Pass,
da ich nun nicht mehr in die USA zurückkehren werde. Ich hoffe, dass
sie diesen auch wirklich an die US-Behörden weitergibt, sonst werde
ich bei meiner nächsten Einreise in die USA grosse Probleme haben.

Wir parkierten das Wohnmobil, diesmal aber nicht mehr gratis. Der
kanadische Ort “Niagara Falls” macht einen viel besseren Eindruck als
der amerikanische. Von Kanada aus hat man einen viel besseren
Ausblick auf die Fälle. Die Horseshoe Falls sind sehr beeindruckend.
Die Sonne ging unter und es wurde bald einmal ziemlich kalt. Im
Souvenirshop wärmten wir uns auf und kauften ein paar Dinge. Danach
war es bereits stockdunkel und die Fälle wurden beleuchtet. Immer
wieder wechselte die Farbe. Damian machte viele Fotos. Wir liefen ins
Zentrum von Niagara Falls. Die Stadt ist nicht riesig, aber dafür
total touristisch. Es ist eine Mischung zwischen “Mini-Las Vegas” und
dem “Times Square” in New York. Das Abendessen nahmen wir im “Bosten
Pizza” ein.

Etwa um 23 Uhr waren wir wieder beim Wohnmobil. Da wir dort über
Nacht nicht bleiben konnten, beschlossen wir, noch in die Nähe von
Toronto beim Sam’s Club, der auch zu Walmart gehört, zu übernachten.
Kurz vor halb eins in der Nacht waren wir da. Erst am nächsten morgen
entdeckten wir, dass wir nicht bei einem gewöhnlichen Sam’s Club
geparkt hatten. Der Parkplatz war voll mit Autos, was nicht üblich
ist. Wir sahen, dass es ein Bürogebäude von Walmart ist. Später im
Internet fand ich heraus, dass es das Headquarter von Walmart in
Kanada ist.

12.5 Missisauga/Toronto

Sonntag, den 21. Oktober 2007 um 21:24 Uhr

Am nächsten Morgen war das Wetter wieder sehr schlecht. Wir fuhren
zum Indian Line Campground, der ein paar Meilen neben dem Pearson
International Airport in Toronto ist. Wir bekamen für etwas über 30$
einen Platz mit Hook-Up. Internet (Wireless) gab es für 2.50$ für
eigentlich 24 Stunden. Aber es funktionierte auch noch am
übernächsten Tag. Wir fragten nach einem Bus, der uns nach Toronto
bringen kann. Bei der Reception hiess es, wir sollen bei der
Haltestelle etwa 100-200 m vom Camping entfernt warten.

Gesagt, getan. Nur kam einfach bei dieser Haltestelle kein Bus. In
die andere Richtung fuhren welche und auch auf der Querstrasse. Von
Fahrplänen bei den Bushaltestellen haben die Kanadier wohl noch nie
gehört. Wir warten also, fragten eine Chauffeurin in einem anderen
Bus, die uns auch nicht weiterhelfen konnte. In einer Wäscherei
fragten wir einen Mann. Da er sowieso auf seine Wäsche warten musste,
nahm er uns kurzerhand mit seinem Auto mit und fuhr uns zu einem
Busterminal in der Nähe. Er wusste zwar auch nicht, welchen Bus wir
nehmen sollen. Wir fragten nach. Schlussendlich hiess es, wir sollen
den Bus da drüben nehmen, der fahre zur Subway. Der Bus brauchte eine
Ewigkeit. Er hielt überall an. Inzwischen goss es wie aus Kübeln.
Nach fast einer Stunde hatten wir die Subway Station erreicht. Da das
Wetter so schlecht war, beschlossen wir ins Eaton Center, ein
riesieges Shoppin Mall, zu gehen. Glücklicherweise kann man direkt
mit der Subway hinfahren. Die Fahrt vom Camping bis in die City
dauerte insgesamt fast 1.5 Stunden. Es war fast 15.00 Uhr als wir
unseren Zielort erreicht hatten.

Im Eaton Center hatte es einen Apple Store. Dort kann man gratis ins
Internet. Wir schrieben den Fahrplan des Busses heraus, der beim
Camping vorbei fährt. Er fährt nur etwa jede Stunde. Wir hatte ihn am
Mittag wohl knapp verpasst.
Das Wetter besserte sich den ganzen Tag über nicht. Mit dem richtigen
Bus waren wir nun viel schneller. Wir mussten nur mit der Subway zu
Station “Yorkdale” fahren und dort den “Go-Bus” nehmen. Dieser hält
nur selten an und fährt ein Stück sogar auf der Interstate. Nach rund
20 Minuten waren wir beim Camping. Der nette Chauffeur liess uns
sogar direkt beim Eingang des Campings aussteigen.

Am nächsten Morgen schien die Sonne. In der Ferne sah man allerdings
Wolken, die rasch näher kamen. Etwa um 11 Uhr standen wir vor dem CN-
Tower. Da das Wetter noch gut war, beschlossen wir gleich
hinaufzufahren. Wir kauften Tickets für die normale
Aussichtsplattform und den Skypod auf 447 Metern Höhe. Es hatte nicht
viele Leute, so das wir nicht lange anstehen mussten. Die
Sicherheitskontrolle war ein wenig lausig. Manche Personen mussten
durch diese “Luftduschen” gehen und bei den anderen hielt man nur
kurz den Metalldetektor an die Taschen. Da nahm man es beim Empire
State Building schon viel genauer.

Im Lift gab es Glasscheiben, so dass man sehen konnte, mit welcher
Geschwindigkeit er fährt. Die Plattform befindet sich auf 342 und 346
Metern, je nachdem in welchem Stockwerk man ist. Im untern Stockwerk
hat es auch Glasboden. Angeblich war früher im ganzen untere
Stockwerk Glasboden. Aber die meisten Leute hätten sich nicht getraut
darauf zu gehen, so dass man Teppich darüber klebte. Mir selbst
machte dieser Glasboden nichts aus. Es war sehr lustig den Menschen
zuzuschauen. Wir schauten uns alles an und fuhren dann mit dem Lift
zum Skypod, der auf 447 m Höhe liegt und somit die höchste
Aussichtsplattform der Welt ist. Die Höhe ist ziemlich gewaltig. An
klaren Tagen soll man sogar die Gischt von den Niagara Falls sehen.

Später assen wir im Restaurant auf der unteren Plattform etwas
kleines. Es war nicht ganz billig, aber dafür war die Aussicht
gigantisch. Der Himmel wurde immer bewölkter und als wir etwa um 14
Uhr wieder unten waren, schien die Sonne nicht mehr. Wir liefen zum
Bahnhof und von dort in Richtung Eaton Center. Dort sassen wir eine
Weile beim Food Court, da wir alle müde waren. Wir suchten im Tomtom
nach einem Swiss Chalet. Tatsächlich war eines ganz in der Nähe. Das
Essen war sehr gut.
Wir nahmen den letzten Bus in Richtung Camping. Ich checkte Online
meinen Flug für den nächsten Tag ein und packte schonmal meine Sachen
ein wenig zusammen.

12.6 Toronto/Zürich

Sonntag, den 21. Oktober 2007 um 21:20 Uhr

Am nächsten Morgen war packen angesagt. Ich hatte wirklich viel
Gepäck. Kaum zu glauben, was man in 3 Wochen alles kaufen kann.
Damian war so nett und packte mir alles ein. Es wurde sehr eng mit
dem Platz, aber schlussendlich war alles irgendwo verstaut. Beide
Koffer waren sehr schwer. Mehr als 23 kg dürfen sie nicht haben, denn
sonst bezahlt man Übergepäck. Wir duschten alle und hatten eigentlich
vor danach den Frischwassertank ganz aufzufüllen. Aber plötzlich kam
kein Wasser mehr. Es reichte genau für alle zum Duschen. Als wir uns
erkundigten, hiess es vor 15 Uhr würde das nicht repariert werden. So
konnten wir nur dumpen und mussten schliesslich mit einem leeren
Frischwassertank davonfahren. Wir waren früh am Flughafen. An einem
Self-Check-In Automaten von Air Canada musste ich meine Bordkarte
ausdrucken, da ich im Wohnmobil keine Möglichkeit dazu hatte. Das
Gepäck musste ich ganz normal am Schalter aufgeben. Leider war ein
Koffer deutlich über 23 kg. Er hatte 30 kg und der andere war mit 22
kg auch knapp. Ich musste 35$ bezahlen für Übergepäck. Hätte ich
meinen Flug nach dem 20. August 2007 gebucht, wären sogar 75$ fällig
gewesen. Da war ich ja gut weggekommen!

Nun hatten wir noch viel Zeit übrig. Wir assen etwas. Meriem und
Damian planten die weitere Route ihrer Reise. Die etwas 2.5 Stunden
waren trotzdem bald um und der Abschied kam näher. Um 17 Uhr war
Boarding für meinen Flug. Kurz nach 16.30 Uhr verabschiedeten wir
uns. Durch die Sicherheitskontrolle kam ich ohne Probleme und ein
paar Minuten später war ich schon beim Gate. Eigentlich hätte ich
einen Fensterplatz gehabt in der allerersten Reihe der Economy Class.
Aber leider wurde daraus nichts. Man bat mich Platz 20 F in der Mitte
am Gang zu nehmen, da nun eine Familie mit Baby in der ersten Reihe
sitzen würden. Nur in der ersten Reihe kann man diese Baby Baskets
(so eine Art Bettchen, das man in die Wand hängt) einhängen. Ich
hätte schon auf meinen Platz bestehen können, aber angesichts der
Nachteile, die dadurch für alle entstanden wären, war ich so nett.
Von Platz 20 F wurde ich auch nochmals vertrieben. Schlussendlich
sass ich auf Platz 21 F.

Pünktlich um 18 Uhr wurden wir vom Gate weggestossen. Aber dann ging
nichts mehr. Der Pilot sagte, er könne das rechte Triebwerk nicht
starten, er versuche noch andere Methoden. Diese schlugen aber alle
fehl. Sie schalteten x-mal den Strom aus und wieder ein, einmal
leuchtete sogar nur noch die Not-Beleuchtung. Schlussendlich zog man
uns wieder ans Gate zurück. Es hiess der Starter des Triebwerks sei
kaputt. Man hätte aber keinen da zum Austausch. Entweder würde man
einen organisieren oder ein anderes Flugzeug nehmen. Mir wäre ein
anderes Flugzeug eigentlich fast lieber gewesen. Aber da es ja “nur”
der Starter war und nicht das Triebwerk selbst, machte ich mir nicht
allzu viele Gedanken. Es hiess wir sollen alle aussteigen um am Gate
auf weitere Informationen warten. Es war inzwischen fast 19 Uhr.

Die neue Abflugzeit wurde schliesslich auf 20.30 Uhr angesetzt. Um 20
Uhr gingen wir ein zweites Mal an Bord. Als alle sassen, hiess es,
wir würden starten sobald der dritte Pilot angekommen sei. Der dritte
Pilot wird gemäss Gesetz in solchen Fällen benötigt. Um 21 Uhr hoben
wir ab. Es gab ein komisches Essen und wie immer kamen pünktlich zum
Essen auch die Turbulenzen. Es schüttelte manchmal ziemlich heftig.
Schlafen konnte ich nicht, da ich wieder einmal feststellen musste,
wie ungemütlich Flugzeugsitze nach ein paar Stunden werden. Zu meinem
Ärger ging die Sonne auf der Seite auf, wo ich eigentlich meinen
Fensterplatz gehabt hätte. Ich sehe so gerne Sonnenaufgänge im
Flugzeug. Das Flugzeug selbst war wohl schon ziemlich ein älteres
Modell. Ein In-Flight System suchte man vergebens. Es gab in der
ersten Reihe eine grosse Leinwand und ein Projektor. Von meinem Platz
aus sah ich jedenfalls nur die halbe Leinwand, wenn ich meinen Kopf
ein wenig hob und gerade sass. Ich hatte so gehofft, dass wir bereits
einen Flieger mit neuem Interieur haben, da Air Canada sämtliche
Flugzeuge umrüstet.

Um 10.20 Uhr landeten wir in Zürich. Eigentlich hätten wir um 07.45
Uhr landen sollen. Es herrschte eine dichte Nebelsuppe. Lange mussten
wir auf das Gepäck warten. Nach dem Zoll kam dann die grosse
Überraschung: meine Eltern und mein Bruder warteten auf mich! Sie
sind am Morgen in aller Frühe aufgestanden. Ich war so froh, dass sie
da waren. Um 15 Uhr war ich zu Hause.

11.1 Cape Sable/Digby/Saint John

Dienstag, den 9. Oktober 2007 um 01:00 Uhr

Am frühen Morgen konnte ich vom Bett aus den Sonnenaufgang über dem
Meer beobachten. Es war wunderschön. Danach schlief ich weiter und
wir standen ausnahmsweise einmal sehr spät am Morgen erst auf.
Wir hatten beschlossen nochmals am Strand Muscheln zu sammeln. Die
Flut war wohl noch nicht lange vorbei. Trotzdem konnte man schon
viele Muscheln und Schneckenhäuschen sammeln. Nach dem Mittag fuhren
wir los in Richtung Digby, wo wir am späteren Nachmittag eintreffen.
Wir fuhren direkt zum Terminal der Fähre, die uns über die Bay of
Fundy nach Saint John bringen soll. Mit dem Wohnmobil ist das zwar
ein recht teures Vergnügen, aber wir sparen dadurch ca. 700 km
Landweg und ziemlich ein paar Stunden Fahrt. Da die Saison vorbei
war, war es kein Problem eine Reservation für die 20.45 Uhr Fähre zu
machen.

Zurück in der Stadt suchten wir ein offenes Wireless. Tatsächlich
fanden wir nach einigem Suchen eine ganz schnelle Verbindung. Wir
skypten nach Hause und luden den Reisebericht und Fotos auf die
Homepage. Pünktlich um 20.45 Uhr fuhr die Fähre los. Es waren nicht
viele Leute auf der Fähre. Die Überfahrt dauerte 3 Stunden. Kurz vor
Mitternacht waren wir in Saint John, wo wir auf dem Walmart Parkplatz
übernachteten.

11.2 Saint John/Panne in Maine

Dienstag, den 9. Oktober 2007 um 00:57 Uhr

Am nächsten Morgen war das Wetter total schlecht. Es herrschte
dichter Nebel und nieselte zwischendurcht. Wir fuhren zu den
Reversing Falls in Saint John. Das ist wiederum ein Naturschauspiel
durch die Einwirkung von Ebbe und Flut in der Bay of Fundy. Der
Fluss, der durch Saint John fliesst, wird durch die vom Meer kommende
Flut zum Stillstand gebracht und fliesst dann für ein paar Stunden in
die andere Richtung, also stromaufwärts. Bei einsetzender Ebbe steht
das Wasser wieder still und fliesst schliesslich wieder stromabwärts.
Als wir dort ankamen, war das Wasser am zurückfliessen ins Meer und
der tiefste Wasserstand beinahe erreicht. Um 15.34 Uhr sollte das
Wasser wieder stillstehen und dann in die andere Richtung fliessen.
Wir beschlossen, dann wiederzukommen. Die Zeit nutzen wir um unsere
Wäsche zu waschen. Glücklicherweise war neben der Laundry gleich ein
Dollarama. Um 15 Uhr waren wir wieder beim Fluss. Wir schauten zu,
wie das Wasser immer höher stieg und schliesslich stoppte und ganz
langsam begann immer mehr in die andere Richtung zu fliessen. Es war
faszinierend aber nicht spektakulär. Wir fuhren los in Richtung
Grenze zwischen USA und Kanada. Diesmal nahmen wir den Grenzübergang
in Calais/St. Stephen um in die USA einzureisen. Und tatsächlich, der
Beamte schaute unsere Pässe an, fragte wie lange wir in Kanada waren
und wie lange wir bleiben werden. Das wars. So einfach war ich noch
nie in die USA eingereist. Unser Ziel waren die White Mountains, die
im Staat New Hampshire sind. Aber es sollte noch eine Weile dauern,
bis wir dort ankommen.

Als wir in einer total einsamen Gegend auf einem Highway in Maine
waren, roch es in unserem Wohnmobil plötzlich ganz komisch und der
Motor klang sehr merkwürdig. Es war gerade am Eindunkeln. Damian
hielt an und checkte das Öl. Er konnte kein Öl mehr messen, obwohl er
vor nicht allzu langer Zeit das Öl kontrolliert hatte. Wir waren nun
also mitten auf einem Highway im Niemandsland, meilenweit entfernt
vom nächsten Ort und hatten kein Handyempfang. Glücklicherweise waren
andere Autos und Trucks unterwegs. Die Chance, dass ein Truck Öl
dabei hat, ist relativ gross. So versuchten wir einen Truck zu
stoppen. Nach ein paar erfolglosen Versuchen stoppte tatsächlich ein
Truck, der noch etwa ein Liter Öl dabei hatte. Überglücklich füllten
wir das Öl ein und fuhren los. Aber das Problem war nicht behoben. Es
stank und der Motor hatte überhaupt keine Kraft mehr.
Glücklicherweise hatte der Truckerfahrer erwähnt, dass etwa 8-10
Meilen entfernt ein Restaurant sei. Wir fuhren ganz langsam zu diesem
Restaurant. Der Besitzer fragte uns, ob wir Hilfe brauchen. Wir erklärten ihm das Problem und er sagte, dass zu seinem Restaurant
neben einem kleinen Shop auch ein Campingplatz gehöre mit Strom-,
Wasser- und Abwasseranschluss. Wir waren so froh, da unser
Frischwassertank leer war. Der Besitzer lieh uns sein Handy, um mit
der Versicherung zu telefonieren, damit uns jemand abschleppt. Mit
unseren Handys hatten wir keinen Empfang. Der Besitzer erklärte dem
Versicherungsagenten, wo genau wir uns in diesem Niemandsland
befinden um empfahl ihm auch gleich der am nächsten liegende
Abschleppdienst. Nach ein paar Minuten war geklärt, dass der
Abschleppdienst uns am nächsten Morgen abholen wird. Wir waren von
der Hilfsbereitschaft des Besitzerehepaars beeindruckt.

Interessant war die Bemerkung vom Besitzer, dass das Gebiet, auf
dem sich sein Restaurant befindet, zu keiner politischen Gemeinde
gehöre. Er meinte mit einem Grinsen im Gesicht, dass der, der das
grösste Gewehr habe, gewinne. Wobei er als ehemaliger Polizist in New
Jersey wohl gute Chancen hätte.
Beunruhigt und ungeduldig verbrachten wir den Abend und die Nacht.
Wir machten uns wirklich Sorgen, dass eventuell der Motor beschädigt
ist.